Alter der Kinder ab 2 Jahren bis zum Kindergarteneintritt, Stichtag 31.10.
Gruppengrösse 10 – 12 Kinder (je nach Gruppe)
Dauer 1 – 3 Jahre (je nach Gruppe 1 – 2 Halbtage pro Woche)
Leitung durch eine ausgebildete Spielgruppenleiterin oder äquivalent
(bei der Waldkombigruppe, der Frühlingswaldspielgruppe, der 1x4- und 2x4- Spielgruppe zusätzlich 1 Begleitperson)
Organisation Verein Elternkreis, Rothenburg
Finanzen Elternbeiträge, Sponsoren, Subventionen
Für das Vorschulkind steht das Spiel im Zentrum seines Lebens
Spielend lernt es sich und seine Umwelt kennen und macht dabei ständig neue Erfahrungen. Kinder in diesem Alter sind sehr entdeckungsfreudig und von einer uneingeschränkten Kreativität. Der engste Familienkreis genügt ihrem Entdeckungsdrang nicht mehr; es drängt sie, diesen für neue ausserfamiliäre Erfahrungen zu verlassen. Eine Möglichkeit dazu ist unsere Spielgruppe. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder und an deren Entwicklungsstand.
Spielgruppen sind ein soziales Erfahrungsfeld. Die Kinder lernen, ihren eigenen Platz in einer Gruppe von Kindern zu finden. Sich zu behaupten, Rücksicht zu nehmen, sich gegenseitig mit Stärken und Schwächen zu akzeptieren, einander zu helfen, aufeinander zu hören, aber auch Streiten und wieder Frieden schliessen sind Bestandteile unseres Spielgruppenlebens.
In der Spielgruppe wird mit verschiedensten Materialien gewerkt, gespielt, es wird gesungen, gemalt, geknetet, musiziert, gelärmt, sich bewegt, die Natur erlebt und Geschichten erzählt. Im Wald bauen die Kinder eine besondere Beziehung zur Natur auf, machen Beobachtungen und erleben die Jahreszeiten intensiv mit.
Die altersgemässen Bedürfnisse berücksichtigen heisst, dass die Angebote im spielerischen, als auch im kreativen Bereich freiwillig sind. Das Kind erhält auf diese Weise die Möglichkeit, sich auch zurückzuziehen, zu beobachten und seinen eigenen Rhythmus zu leben, um auf seine Art am Geschehen teilzunehmen. Wir verzichten daher auf einen Spiel- und Lernplan. Die Kinder bestimmen möglichst ihre Aktivitäten selbst. Die Leiterin bietet dazu einen grossen Freiraum und klare Grenzen an.
Was bringt die Spielgruppe dem Kind?
Im gesicherten überschaubaren Rahmen einer Spielgruppe kann das Kind die langsame Ablösung von seinen engsten Bezugspersonen üben. Es macht erste Schritte in eine ungewohnte Umgebung hin zu neuen Bezugspersonen, hin zu anderen Kindern mit ihren Eigenheiten, Aggressionen, Liebenswürdigkeiten und Launen, aber auch hin zu mehr Offenheit, Spontaneität und Selbständigkeit. Das Kind wird mit ersten Regeln und Ritualen in einer Gruppe vertraut gemacht. Rituale wie Geburtstage, Jahreszeiten und zum Beispiel die Chlausfeier werden bei uns in der Spielgruppe aktiv gepflegt. Ein gleich bleibender Ablauf wie Begrüssungslied, Znüni und Schlussrunde gibt dem Kind Sicherheit und Halt.
Das Kind erweitert seine handwerklichen, sprachlichen, geistigen, sozialen und motorischen Fähigkeiten. Es bekommt seinen ganz persönlichen Erlebnisbereich, den es nicht mit den Geschwistern teilen muss und es findet einen langsamen Übergang von der Familie zur Grossgruppe im Kindergarten.
Was bringt die Spielgruppe den Eltern?
Die Eltern haben durch die Spielgruppe die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen und mit andern Eltern in der gleichen Familienphase Erfahrungen auszutau-schen. Den engsten Bezugspersonen des Kindes kann die Spielgruppe eine Hilfe zur Ablösung sein. Unsere Spielgruppe soll fremdsprachigen Kindern eine frühe Integration ermöglichen. Die Eltern können für eine gewisse Zeit ihre eigenen Bedürfnisse wahrnehmen.
Die Leitung einer Spielgruppe
Die Erfahrungen, die ein Kind in den ersten Lebensjahren macht, sind prägend. Die Spielgruppenleiterin ist für viele Kinder die erste feste Bezugsperson ausserhalb der Familie. Deshalb ist das Begleiten von Kindern im Vorschulalter eine wichtige, verantwortungsvolle Aufgabe, die hohe Anforderungen an eine Leiterin stellt. Die Kinder werden immer von der gleichen Leiterin betreut und die Spielgruppe wird durch feste Anfangs- und Schlusszeiten strukturiert.
Das Wichtigste in der Spielgruppe ist die Beziehung zu und unter den Kindern und nicht das Vermitteln des Stoffes. Die Spielgruppenleiterin muss die Fähigkeit haben, auf die wechselnden Bedürfnisse der Kinder flexibel zu reagieren. Die Arbeit erfordert viel Geduld, Toleranz und Einfühlungsvermögen. Durch intensives Beobachten nimmt sie die Bedürfnisse der Kinder und der Gruppe wahr und stellt entsprechendes Spiel- und Werkmaterial bereit. Das Schwerpunktesetzen in der Spielgruppe ist Sache der jeweiligen Spielgruppenleiterin. Die Spielgruppenleiterin pflegt den Austausch mit den Eltern.
(Rothenburg, im April 2007; teilweise gemäss IG Spielgruppen Schweiz www.spielgruppe.ch)
Elternkreis Rothenburg